Am Abend des 2. Februar 2025 wird der damals 15-jährige Basketballspieler Miguel lebensgefährlich verletzt unter einer Brücke in Karlsruhe-Durlach gefunden. Zunächst wirkt alles wie ein schwerer Sturz. Heute ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Eine Zeugin berichtet von einem aggressiven Gerangel zwischen vier Jugendlichen, an Miguels Kleidung werden DNA-Spuren von drei bislang unbekannten Personen festgestellt. Nach der Fahndung bei „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ ist der Fall weiterhin ungeklärt.
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Miguel war am 2. Februar 2025 15 Jahre alt und spielte erfolgreich Basketball. An diesem Sonntag war er mit seinem Team zu einem Auswärtsspiel unterwegs. Nach der Rückkehr verhielt er sich anders als mit seiner Mutter vereinbart: Statt sich abholen zu lassen, fuhr er nach Durlach. Warum er dort ausstieg und zur Brücke an der Durlacher Allee ging, ist bis heute nicht geklärt.
Gegen 19.30 Uhr bemerkten Verkehrsteilnehmer den schwer verletzten Jugendlichen auf der Straße unterhalb der Brücke. Eine Notoperation rettete ihm das Leben. Er lag anschließend längere Zeit im Koma. In der ersten Polizeimeldung lagen noch keine Hinweise auf eine Straftat vor.
Später änderte sich die Einordnung. Neue Zeugenaussagen und weitere Ermittlungsergebnisse führten dazu, dass Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Karlsruhe seit Juni 2026 wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermitteln.
Was geschah zwischen 18.45 und 19.30 Uhr?
Dieses Zeitfenster ist der Kern des Falls. Schon unmittelbar nach dem Sturz bat die Polizei Menschen, die Miguel zwischen 18.45 Uhr und 19.30 Uhr im Bereich Durlacher Allee, Raiherwiesenstraße und Hauptbahnstraße gesehen hatten, sich zu melden.
Durlach lag nicht auf Miguels üblichen Heimweg. Die Kripo hält es für möglich, dass er dort mit jemandem verabredet war. Bewiesen ist das nicht. Auch die Auswertung seiner Handydaten lieferte öffentlich keine Nachricht, die den Zweck seines Aufenthalts eindeutig erklären würde.
Eine Zeugin sah ein aggressives Gerangel
Eine zentrale Information aus der XY-Sendung stammt von einer Zeugin. Sie berichtete, wenige Minuten vor dem Sturz ein aggressives Gerangel zwischen vier Jugendlichen auf der Brücke gesehen zu haben. Einer von ihnen sei eindeutig Miguel gewesen.
Nach der ZDF-Darstellung waren die drei anderen Jugendlichen männlich und etwa 15 bis 16 Jahre alt. Genannt wurden Jogginghosen und dunkle Bomber- oder Daunenjacken; einer soll eine Kappe mit rotem Logo getragen haben. Die Zeugin hörte außerdem Wortfetzen, die darauf hindeuteten, dass ein Handy im Streit eine Rolle gespielt haben könnte.
Das ist ein wichtiger Ermittlungsansatz, aber kein festgestelltes Motiv. Ein beobachteter Streit erklärt noch nicht, wer später welche Handlung vorgenommen hat.
Drei unbekannte DNA-Spuren an Miguels Kleidung
Forensiker stellten an Miguels Kleidung DNA-Spuren von drei bislang unbekannten Personen fest. Öffentlich konnten diese Spuren bisher niemandem zugeordnet werden.
Dass die Zeugin ebenfalls drei weitere Jugendliche auf der Brücke beschrieben hat, fällt auf. Dennoch ist nicht belegt, dass die drei DNA-Spuren zwingend von genau diesen Personen stammen.
Rucksack, Sporttasche und Handy blieben zurück
Weitere Fragen werfen Miguels persönliche Gegenstände auf. Nach den veröffentlichten Angaben blieben sein Rucksack, eine Sporttasche mit Basketballtrikots und sein Mobiltelefon auf beziehungsweise nahe der Brücke zurück. Der SWR berichtet, dass Rucksack und Smartphone ordentlich abgelegt gefunden wurden.
Das passt weder ohne Weiteres zu einem gewöhnlichen Heimweg noch zu einem klassischen Raub. In der XY-Sendung wurde als Möglichkeit angesprochen, Miguel könnte sein Handy vor anderen Personen versteckt haben. Auch das ist lediglich eine Ermittlungsannahme.
Miguel kann die entscheidenden Minuten nicht rekonstruieren
Nach dem Koma konnte Miguel später mit der Polizei sprechen. Seine Erinnerung hilft bei der entscheidenden Frage jedoch nicht weiter. Nach Angaben des SWR erinnert er sich nicht an die Stunden unmittelbar vor und nach dem Sturz.
Damit fehlt die direkte Schilderung des einzigen Menschen, der sicher weiß, warum er sich an diesem Abend auf der Brücke befand. Die Ermittler müssen die Lücke deshalb durch Zeugenaussagen, technische Daten und forensische Spuren schließen.
Warum heute wegen versuchten Totschlags ermittelt wird
Am 17. Juni 2026 teilten Staatsanwaltschaft und Polizei öffentlich mit, dass Hinweise darauf hindeuten, Miguel könne kurz vor 19.30 Uhr nach einer körperlichen Auseinandersetzung von mindestens einer Person von der ungefähr 8,50 Meter hohen Brücke gestoßen worden sein.
Der Tatvorwurf des versuchten Totschlags beschreibt den derzeitigen Ermittlungsansatz. Er bedeutet nicht, dass bereits eine konkrete Person überführt oder angeklagt wäre. Die mögliche Täterschaft ist weiterhin unbekannt.
5.000 Euro Belohnung für den entscheidenden Hinweis
Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat 5.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Identifizierung oder Ergreifung der bislang unbekannten Täterschaft führen.
Nach der XY-Sendung berichtete das ZDF außerdem, dass Zuschauer angeboten hätten, die Belohnung im Fall Miguel privat zu erhöhen. Solange keine neue Gesamtsumme von den zuständigen Behörden eindeutig bestätigt ist, bleibt die amtlich veröffentlichte Ausgangssumme von 5.000 Euro die belastbare Angabe.
Was brachte „Aktenzeichen XY“ am 9. September 2026?
Die XY-Sendung brachte den Fall bundesweit in die Öffentlichkeit und veröffentlichte mehrere Details in konzentrierter Form: die Zeugenaussage über das Gerangel, die drei unbekannten DNA-Spuren, die zurückgelassenen Gegenstände und die Frage, warum Miguel überhaupt nach Durlach gefahren war.
Der erhoffte unmittelbare Durchbruch blieb zunächst aus. Der SWR berichtete am Morgen des 10. September, dass zahlreiche Zuschauer ihre Betroffenheit geäußert hätten, die Polizei aber weiter auf den entscheidenden Hinweis warte.
Wonach die Polizei jetzt sucht
- Wer hatte am 2. Februar 2025 telefonisch oder per Nachricht Kontakt mit Miguel?
- War jemand mit ihm an der Brücke an der Durlacher Allee verabredet?
- Wer hielt sich zwischen etwa 19.00 und 19.30 Uhr im Bereich der Brücke auf?
- Wer beobachtete einen Streit, ein Gerangel oder eine Gruppe Jugendlicher?
- Wer kann die drei Jugendlichen aus der Zeugenaussage möglicherweise identifizieren?
- Wer erinnert sich an Beobachtungen, die durch die XY-Sendung erst jetzt relevant erscheinen?
Hinweise an die Kripo Karlsruhe
Nach dem ZDF-Fahndungsaufruf nimmt die Kripo Karlsruhe Hinweise unter 0721 / 666 0 entgegen. Der Kriminaldauerdienst Karlsruhe ist außerdem unter 0721 / 666-5555 erreichbar.
Konkrete Hinweise sollten direkt an die Polizei gehen und nicht als öffentliche Beschuldigung in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.
Die entscheidende offene Frage
Heute existieren mehrere starke, aber noch nicht vollständig verbundene Bausteine: Eine Zeugin sah eine aggressive Auseinandersetzung. Drei unbekannte DNA-Spuren wurden gesichert. Miguels persönliche Gegenstände blieben zurück. Und er selbst kann den kritischen Zeitraum nicht erinnern.
Was fehlt, ist die belastbare Verbindung zwischen diesen Punkten. Wer waren die anderen Jugendlichen? Gehören die DNA-Spuren zu ihnen? Warum fuhr Miguel nach Durlach? Und was geschah in den letzten Minuten vor 19.30 Uhr?
Ein scheinbar kleines Detail könnte entscheidend werden: eine Nachricht, eine Begegnung, eine Erinnerung an Kleidung oder eine Beobachtung an der Treppe. Solange diese Lücke nicht geschlossen ist, bleibt der Fall trotz zahlreicher Spuren ungelöst.
Häufige Fragen zum Fall Miguel
Wann geschah der Brückensturz?
Am Abend des 2. Februar 2025. Miguel wurde gegen 19.30 Uhr schwer verletzt unter der Brücke gefunden.
Wie hoch war die Brücke?
Polizei und Staatsanwaltschaft nennen eine Fallhöhe von ungefähr 8,50 Metern.
Warum ermittelt die Kripo wegen versuchten Totschlags?
Spätere Hinweise deuten darauf hin, dass Miguel nach einer körperlichen Auseinandersetzung möglicherweise von mindestens einer Person gestoßen wurde.
Gibt es DNA-Spuren?
Ja. An seiner Kleidung wurden DNA-Spuren von drei bislang unbekannten Personen festgestellt.
Sind diese drei Personen automatisch die Jugendlichen aus der Zeugenaussage?
Nein. Diese Verbindung ist öffentlich nicht bewiesen.
Kann Miguel sich an den Sturz erinnern?
Nach Angaben des SWR nicht an die entscheidenden Stunden vor und nach dem Sturz.
Wie hoch ist die Belohnung?
Die Staatsanwaltschaft hat 5.000 Euro ausgelobt. Nach der XY-Sendung boten Zuschauer zusätzlich private Unterstützung an.
Hat Aktenzeichen XY den Fall gelöst?
Nein. Bis zum öffentlich bekannten Stand nach der Sendung gab es noch keinen entscheidenden Durchbruch.
Quellen und Dokumentation
- Polizeipräsidium Karlsruhe, 03.02.2025 – erste Zeugenfahndung.
- SWR, 24.09.2025 – Erinnerungslücke nach dem Koma.
- Polizei und Staatsanwaltschaft Karlsruhe, 17.06.2026 – versuchter Totschlag und 5.000 Euro Belohnung.
- Staatsanwaltschaft Karlsruhe, 01.09.2026 – XY-Zeugenaufruf.
- ZDF, 09.09.2026 – DNA-Spuren, Zeugin und offene Fragen.
- SWR, 10.09.2026 – bislang keine entscheidenden Hinweise.
- ZDF – erste Reaktionen nach der XY-Sendung.
- UniversalPulse24 – eigenes Video zum Fall.